Herausforderung Sucht

Netzwerktagung 2010

Donnerstag, 4. November 2010 in Zürich 

 

Leitbild „Herausforderung Sucht“ auf dem Prüfstand

Eine Projektgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der drei bundesrätlichen Kommissionen im Suchtbereich (Eidgenössische Kommissionen für Alkoholfragen, Drogenfragen und Tabakprävention) hat im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit ein Leitbild für eine kohärente Suchtpolitik ausgearbeitet, das den gegenwärtigen und zukünftigen Handlungsbedarf in der Schweizer Suchtpolitik darstellen soll.

Im ersten Teil der Tagung stellt der Präsident der Steuergruppe das Leitbild und den zugehörigen Bericht „Herausforderung Sucht“ vor. Praktisch tätige Fachleute aus den Bereichen Prävention, Therapie, Schadensminderung und Prävention diskutieren die Relevanz und die möglichen Auswirkungen des Berichts für die Praxis in der Schweiz.
Internationale Fachreferenten geben am Nachmittag einen vertieften Einblick in ethische Spannungsfelder einer Schweizer Suchtpolitik mit zunehmendem Public-Health-Aspekt, in kohärente, substanzübergreifende Therapiekonzepte, die mögliche Rolle der Prävention im neuen Modell, sowie in die Ökonomie des Handels mit psychoaktiven Substanzen. Die Tagung richtet sich an Suchtfachleute, Angehörige von Suchtkranken und weitere interessierte Personen.

Das Leitbild „Herausforderung Sucht" kann mit dem zugehörigen Bericht als Datei im PDF-Format heruntergeladen oder als Broschüre bestellt werden: www.herausforderungsucht.ch

 

Präsentationen

Leitbild „Herausforderung Sucht“, Dr. med. François van der Linde
Vorstellung des Leitbilds „Herausforderung Sucht“

 

Auswirkungen auf das Versorgungsangebot, Dr. med. Claudine Aeschbach
Was trägt das Leitbild zur Entwicklung des Versorgungsangebots bei? Claudine Aeschbach entwickelt die Vision eines kohärenten Versorgungsangebots, abgeleitet aus den praktischer Erfahrungen im Kanton Basel Land, und zeigt auf diesem Hintergrund Chancen und Gefahren der im Leitbild enthaltenen Zielsetzungen auf.

 

Auswirkungen auf die Repression, lic. phil. Roger Flury
Ist im Rahmen der im Leitbild vorgezeichneten Entwicklung eine Verbesserung der Umstände für Konsumenten bisher illegaler Substanzen absehbar, denkbar, sinnvoll? Werden umgekehrt Konsumenten legaler Substanzen zunehmend diskriminiert werden?

 

Anforderungen an die Prävention, lic. phil. Françoise Vogel
Was wird sich in der bisherigen Präventionslandschaft ändern müssen, wie sehen die entsprechenden Strukturen aus? Françoise Vogel berichtet aus einer Region, in der das Prinzip einer integrierten Versorgung und kohärenter Interventionen im Gesundheitswesen bereits gut verankert sind.

 

Auswirkungen auf die Schadensminderung, lic. phil. Michael Herzig
Was bringt das Leitbild für die Schadensminderung? Ist ein Ausbau der bisher schwergewichtig im illegalen Bereich angesiedelten Angebote nötig? Wie präsentiert sich die Schadensminderung im legalen Bereich?

 

Suchtpolitik und Public-Health - Eine Frage der Ethik, Dr. phil. Andreas Bachmann
Trägt der Public-Health-Ansatz zu einer weiteren Diskriminierung und Marginalisierung von Abhängigen bei?

 

Und was wird aus der Prävention? Dr. phil. Alfred Uhl
Stellenwert, Art und Rolle präventiver Interventionen in einer kohärenten Suchtpolitik.

 

Substanzübergreifende Therapieansätze  (Version 8.11.10), Prof. Dr. Joachim Körkel
Möglichkeiten und Grenzen substanzübergreifender Therapieansätze.

 

Marktregulation statt Repression? Dr. phil. Carlos Nordt
Konsum psychoaktiver Substanzen als Marktphänomen, Mechanismen der Marktregulation.